06.10.2013

Alle Schläuche und Kabel sind ab! Ich mache mit der Krankengymnastin Laufübungen und Atemtraining. Weitere Untersuchungen mit Sonographie und Röntgen ergaben einen unauffälligen Heilungsverlauf mit guter Prognose. Ich habe bereits 12 Kilogramm Körpergewicht verloren.

03.10.2013

Die Genesung schreitet weiter voran: auch der dicke Drainageschlauch, der noch aus meinem Bauch kam, wurde mittlerweile entfernt, ebenso der externe Schrittmacher -in Medizinerkreisen Pacer genannt. Die Infusionsschläuche mit den Perfusoren sind noch dran.

01.10.2013

Da ich nachts durch die Geräusche des Zimmernachbarn nicht schlafen kann, werde ich in ein Nebenzimmer verlegt – der Leidensgenosse dort ist ganz ruhig. Die Situation ist erheblich angenehmer.

30.09.2013

Der Dauerkatheter wird aus der Blase entfernt. Das ist eine große Erleichterung! in den kommenden Wochen werde ich jeden Schlauch der entfernt wird, als Fortschritt wahrnehmen und begrüßen.

29.09.2013

Ein herrlicher Sonnenaufgang im Paulinen Krankenhaus 7. Stock – so schön, dass ich mit dem Handy ein Foto durch das Fenster mache. Die Koordination zur Bedienung eines Handys fällt mir noch immer schwer und alles braucht seine Zeit. Mein Zimmernachbar braucht ein Beatmungsgerät – das Geräusch erinnert nachts an eine Autowaschstraße. Ich bekomme Besuch von Thomas und Inge.

27.09.2013

Ich werde zur weiteren Nachsorge in das Paulinen Krankenhaus Berlin überführt. Das Pflegepersonal des deutschen Herzzentrums war so nett zu mir, dass ich zum Abschied verspreche, nach meiner Genesung einen selbstgebackenen Käsekuchen zu bringen. Dieses Versprechen habe ich bis heute leider nicht eingelöst.

26.09.2013

Ich wurde am Vorabend auf eine normale Krankenstation verlegt. Ich zähle 18 Kabel und Schläuche, die irgendwie an mir angeschlossen sind. In der Nacht beginnt das Herz zu rasen und wird mit Elektroschocks unter Vollnarkose wieder in den richtigen Takt gezwungen. Nach dem Aufwachen ist mir kotzschlecht…

25.09.2013

Ich bestaune die ganzen Gerätschaften der Intensivmedizin und bemerke, dass es bereits Mittwoch ist, und ich doch am vergangenen Sonntag hätte wählen gehen wollen. Ich befrage das Pflegepersonal zum Ausgang der Bundestagswahl.

24.09.2013

Drei Tage nach der Operation wache ich am späten Nachmittag auf, und blicke in das Gesicht von meinem Lebenspartner Thomas. Ich bin an den Händen fixiert, und bitte Thomas darum, mir die Fesseln zu lösen. Die Arme sind blau angelaufen. Ich hätte alle Pfleger verprügelt, und mir alle Schläuche abgerissen – sagt Thomas. Ich werde noch am Abend auf die Intensivstation verlegt.

23.09.2013

Auch nach einem weiteren Tag liege ich noch immer im Koma – mit ganz kurzen Wachphasen wo ich mich nur noch an das helle Neonlicht des Aufwachraumes erinnern kann. Auch daran, dass mich ein Pfleger fest angefasst hat und dabei rief: „Sie müssen schon mitmachen – wenn das noch was werden soll“. Thomas erzählt mir später, dass er den ganzen Tag am Bett gewacht hat, und mir Geschichten erzählt hat.

22.09.2013

Ich liege auf der Intensivstation im Koma, die Ärzte können mich nicht aus der Narkose zurückholen.

21.09.2013

Danach habe ich keine Erinnerung mehr, bis zum Folgetag, an dem eine junge Ärztin ein Sono machte und mit ernstem Gesicht sagte, dass das sehr schlimm wäre, wenn es das wäre, was Sie vermuten würde – das aber müsse durch ein CT abgeklärt werden. Bei dem CT wurde dann eine Dissektion der Aorta vom Typ A diagnostiziert, was eine sofortige Notoperation notwendig machte.

Zur Operation wurde ich in das deutsche Herzzentrum verlegt, es wurde nach kurzer Zeit die Narkose eingeleitet (den Schriftkaram hatte Thomas derweil erledigt) und, wie ich heute weiß, wurde 11 Stunden operiert – dabei wurde die Herzklappe geflickt, und eine Prothese für die ansteigende Aorta eingesetzt. Die Aorta war innerlich gerissen.

20.09.2013

Eigentlich konnte ich mich nicht entscheiden: Mache ich heute Abend noch das Update auf iOS7 oder fahre ich noch in den Tiergarten?! Ich entschied mich für letzteres. Doch plötzlich bekam ich keine Luft mehr und das Herz raste. Ich ging vor dem Park etwa 1 Stunde langsam auf und ab, aber die Situation besserte sich nur unwesentlich.

Ich versuchte mit meinem Auto nach Hause zu fahren, bekam aber im Sitzen noch weniger Luft, und musste auf halber Strecke anhalten und ausseigen, um erneut auf dem Gehweg auf und ab zu gehen. Dabei verschlechterte sich die Lage so dramatisch, dass ich einen Kurierfahrer, der ebenfalls dort angehalten hatte, bat mir zu helfen.

Der Kurierfahrer erkannte sofort den Ernst der Lage und rief den Notarzt. Derweil hielt ich mich krampfhaft an seinem Auto fest – bemerkte noch das Eintreffen des Rettungswagens, und erinnere mich noch daran, dass der Sanitäter sage: „nun lassen Sie doch mal los“ – und das ich noch sagte: „Sie müssen mein Auto noch abschließen“

14.09.2013

Wir machen mit unserer früheren Nachbarin „Inge“ einen erneuten Ausflug in das Nikolaiviertel, um bei „Mutter Hoppe“ zu Abend zu essen. Ich habe keine Erinnerung mehr, was ich an diesem Abend gegessen habe – wohl weiß ich noch: Es war der letzte laue Abend im Jahr 2013…

24.08.2013

Bei schönstem Wetter mache ich mit Thomas einen Ausflug nach Berlin Mitte. Im Nikolai Viertel kaufe ich mir eine neue Base Cap. Abends gibt es noch ein Eisbein, Sauerkraut, Erbspüree und Kartoffeln.

18.08.2013

Treffen mit den Geschwistern meiner Mutter bei meiner Tante in Zehlendorf. Es wird das letzte Mal sein, dass die drei Geschwister sich fröhlich treffen und erzählen.

17.08.2013

Meine Mutter hat alle Kraft zusammengenommen, ist im Zug nach Berlin gekommen, und wir verbringen ein paar schöne Tage in Berlin – mit Dampferfahrt auf dem Tegeler See und den Berlin Spandauer Schifffahrtskanal nach Mitte, und einem Ausflug nach Werder an der Havel.

20.07.2013

Die Band MerQury spielt auf dem Fest in Alt Tegel ganz hervorragend alte Queen Songs. Ich sitze mit Thomas auf der Dachterrasse der „Seeterrassen“ mit guter Aussicht auf die Band und den See und leckerem Abendessen!

09.07.2013

Mein 58. Geburtstag – kann es sein, dass ich nicht mehr genau weiß, was ich an diesem Tag gemacht habe? Möglicherweise nur ein Abendessen im kleinen Kreis bei „unserem“ Jugoslawen.

07.07.2013

Deutsch – Französisches Fest im Hôtel de France – es gibt Elsässer Flammkuchen und ein köstliches Bier…

29.06.2013

Das alljährliche Geburtstagsfest der Familie unserer früheren Nachbarin findet auch dieses Jahr in Hönow bei Berlin statt. Wie immer gibt es nach Kaffee und Kuchen auch reichlich leckeres Grillfleisch und verschiedenste Salate.

22.06.2013

Endlich mal wieder ein entspannter Bummel durch Berlin Mitte. Danach Abendessen in der „ständigen Vertretung“ am Schiffbauer Damm. Das ist nur etwas für alte Kölner und Kölsch Liebhaber…

5.06.2013

Ich habe den Tod meines Vaters halbwegs überwunden und genieße mit meinem Partner die Zeit auf dem Schwul- Lesbischen Straßenfest in Berlin Schöneberg.

14.02.2013

Zur Beerdigung meines Vaters kommen noch einmal alle Schulfreunde, Freunde und Nachbarn meines Vaters zusammen – sofern es noch möglich ist. Ich habe das sichere Gefühl, dass ich einige nicht mehr wiedersehen werde, wenn die Feierlichkeiten vorbei sind.

05.02.2013

Mein Vater ist heute letztendlich an multiplem Organversagen verstorben.