27.07.2026

Bild:Zeit
In Berlin demonstrierten Hunderttausende für Vielfalt und gegen Queerfeindlichkeit. »Wir werden nicht leiser, sondern lauter«, sagten die Organisatoren.

Es war ein schönes und Buntes Fest, an dem ich mir dachte: Diese ungezwungene Buntheit müsste in den Berliner Alltag hinüber gerettet werden. Und es ging mir noch durch den Kopf, dass der normale Berliner Alltag oft ganz anders wahrgenommen wird – siehe dazu meinen Beitrag vom 18.07.2026 mit dem designierten OB Kandidat Evers.

Als etwas älteres Semester bin ich mit meinem Mann auch nicht zu spät wieder nach hause aufgebrochen, und habe von dem Anschlag auf den CSD erst zuhause durch die Nachrichten erfahren.
Es war, als hätte Das Motto des CSD seine Ganz eigene Bedeutung neu bekommen.
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Gegen 22:00 kamen die ersten Bilder von dem Anschlag auf NTV, nachdem ich per WhatsApp von Freunden und Bekannten gefragt wurde, ob es mir noch gut geht – da dachte ich mir noch: warum nicht?

Ich hatte während des CSD ein gutes Gefühl der Sicherheit: Entlang des Weges überall Sperren, freundliche Polizisten, und Hubschrauber beobachteten von Oben ständig die Lage. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es gefährlich werden könnte… Und so fuhren wir nach einem kleinen Abendessen im Hopfinger am Brandenburger Tor entspannt über den U Bahnhof „Unter den Linden“ nach hause.

Der eigentliche CSD fand dieses Jahr einen Tag später statt: Das Gefühl, sich die Freiheiten jetzt erst Recht nicht mehr nehmen zu lassen, Trauer über den Toten, und das Mitgefühl für die Verletzten.

Ich rechne, trotz aller eifrigen Bekundungen vieler Politiker, nicht mit einer nachhaltigen Lösung seitens der Politik. Auch die queere Community selbst muss einiges aufarbeiten, wenn Teilnehmer mit dem Banner „From the River to the Sea…“ von der Polizei aus dem Zug entfernt werden mussten.

Der Focus des diesjährigen CSD Mottos lag wohl hauptsächlich auf der Bedrohung von Rechts und viele haben dabei die Bedrohung durch den islamischen Fundamentalismus aus den Augen verloren!

Mittlerweile wurde der mutmaßliche Täter bei seiner Festnahme tödlich verletzt – das tut mir ehrlich gesagt, auch ein bisschen leid, mit seinen erst 21 Jahren. Er ist wohl durch die sogenannten „sozialen Medien“ in seinem kurzen Leben schon früh falsch abgebogen.

Die verschiedensten politischen Kräfte werden versuchen, das Ereignis jeweils zu eigenen Vorteil zu bewerten, und dabei bleiben der Kern des Problems, und die Wahrheit, wie so oft auf der Strecke…