09.07.1994

Ich feiere meinen 39. Geburtstag mit meinem Freund, Erich und Karsten und einigen Kollegen. Wir grillen auf unserem Dachgarten hoch über Berlin-Wedding. Ich habe reichlich Salate zubereitet, die Stimmung ist gut und ich bin eigentlich mit mir und meiner Situation ganz zufrieden.

20.06.1994

Der Anruf geht mir nicht aus dem Kopf. Immerhin habe ich jetzt die Möglichkeit, wieder zurück nach Köln zu ziehen, wenn der Stress hier in Berlin so weitergeht… (ein Gedanke der sich vier Jahre späten als tragischer Irrtum herausstellen wird!)

17.06.1994

Wir lernen ‚Carsten‘ und seine Eltern kennen. Sie wohnen in ‚Wutike‘, einem ganz kleinen Dorf vor den Toren Berlins bei Neuruppin. Ich lerne die Stille dieser  kleinen Ortschaft zu lieben sie wird mein Zufluchtsort, wenn ich dem Irrsinn meiner Arbeit in Berlin entfliehen will.

12.06.1994

Wir lernen ‚Erich‘ kennen. Die Freundschaft mit Ihm dauert bis heute an. Er ist Gott sei Dank auch eine ‚rote Socke‘. (2024: Wie sich doch die Ansichten ändern können!)

01.06.1994

Ich hatte mit meinem Freund eine geilen Abend im ‚CONNECTION‘.

10.05.1994

Die Arbeit beginnt mich manchmal zu nerven. Ich soll Mitarbeiter aus meiner Abteilung entlassen. Ich entscheide mich dies nicht zu tun weil ich Familienväter nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen will. Dieses Verhalten wird mir von Geschäftsleitungskollegen und Mitarbeitern als Schwäche ausgelegt.

01.05.1994

Ich beziehe endlich mit meinem Freund unsere neue Wohnung im Berliner Wedding. Nun haben wir endlich wieder ein gemeinsames wirkliches Zuhause. Wir beginnen, das Leben in Berlin spannend und schön zu finden, obschon mein Freund immer noch keine neue Arbeit gefunden hat.

25.04.1994

Ich entdecke die Klappe an der ‚CHARITE‘ in Ost-Berlin. Ich glaube die geilsten aller geilen Medizinstudenten Deutschlands treffen sich hier…

01.03.1994

Mein Freund Thomas hat ebenfalls ‚die Zelte‘ in Köln abgebaut und ist endlich zu mir nach Berlin gezogen. Wir wohnen immer noch in dem kleinen, provisorischen Appartement, das ich übergangsweise bezogen habe.

25.02.1994

Ich entdecke die Klappe ‚am Insulaner‘ ganz in der nähe meines kleinen Appartements, das mir mittlerweile doch so etwas wie ein Zuhause geworden ist.

15.01.1994

Heute hat mein Bruder Christoph Geburtstag, ich realisiere, das ich zu weit weg bin, um ihm persönlich gratulieren zu können.

Anmerkung aus dem Jahr 2014:

… damals wohnte mein Bruder auch noch nicht in München!

01.01 1994

Ab hier beginnen die Aufzeichnungen aus dem Jahr 1994

Zum ersten mal in meinem Leben feiere ich Sylvester fern meiner Heimat am Brandenburger Tor…

24.12.1993

Ich feiere Weihnachten fern der Heimat. Mein Freund ist aus Köln zu mir gekommen…

Anmerkung 2014:

… in einem zur Verfügung gestellten kleinen Appartement. Zu diesem Zeitpunkt hatte (West) Berlin noch kein mit dem Rest der Welt verbundenes Stromnetz. Das führte dazu, dass due Uhr meines Radioweckers jeden Tag eine Minute falsch lief. (das muss man sich mal genau so vorstellen!)

01.12. 1993

Ich fange eine neue Tätigkeit in einem Fernsehstudio in Ost – Berlin an.

Anmerkung dazu aus dem Jahr 2014:

Die Einträge beginnen mit einem simplen Satz. Ich weiß nicht ob sich irgend jemand vorzustellen vermag, was das wirklich bedeutete: Als behüteter Wessi in Berlin Mitte am Alexanderplatz – mit Kollegen die auch schon beim Fernsehen der DDR gearbeitet hatten, und in einer Firma, die von West Linken, und Mitgliedern der SEW (das war das Gegenstück zur SED in West Berlin) schon vor der Wende in Ost Berlin gegründet wurde. Es wurde die spannendste Zeit, die ich jemals in meinem Leben erlebt habe – dicht gedrängt mit Eindrücken und Erfahrungen, wie ich sie niemals hätte in Düsseldorf jemals machen können. Insofern wurde hier ganz eindeutig die Weiche umgestellt. Mein Leben verlief ab diesem Zeitpunkt in eine neue Richtung. Es ist aus heutiger Sicht für mich absolut unvorstellbar, wie mein Leben ohne diese Weichenstellung verlaufen wäre.

29.09.1993

Beginn der Aufzeichnungen

Die Tagebücher beginnen mit der Kündigung durch meine alte Firma in Düsseldorf. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich niemals auch nur entfernt daran gedacht, wie viele Irrungen und Wirrungen das weitere Leben noch für mich bereit halten würde. Die Aufzeichnungen beginnen mit dem folgenden Eintrag: 
Ich erhalte von meiner Firma, die ich mit meinen Technik – Kollegen unter größtem persönlichen Einsatz aufgebaut habe, die Kündigung aus betriebswirtschaftlichen Gründen.