14.02.2026

  • »The New York Times«: »Merz’ Rede ist keine Lobeshymne auf die alte Weltordnung. Vielmehr ist sie eine doppelte Kritik: an den USA, weil sie mit den gemeinsamen transatlantischen Werten gebrochen haben, und an Europa, weil es nicht genug unternimmt, um die eigene Sicherheit zu verteidigen und die Wirtschaft unabhängig von Amerika zu fördern.«
  • »CNN«: »Merz’ Rede […] verdeutlichte die wachsende Distanz zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. […] Und er kritisierte offen die Politik der Regierung von US-Präsident Donald Trump in Bezug auf Zölle, Klimawandel und Kulturkriege – Äußerungen, die in Washington für Unmut sorgen könnten.«
  • »Politico«: »Der Führungsanspruch der Vereinigten Staaten jedenfalls ist angefochten, vielleicht schon verspielt«, sagte Merz während seiner Eröffnungsrede auf der Münchner Sicherheitskonferenz, in der er die bislang schonungsloseste Einschätzung aus Berlin über eine Welt auslegte, die zunehmend durch die Rivalität von Weltmächten bestimmt wird.«

    Das sind die Reaktionen europäischer Medien:
  • »L’Opinion« (Frankreich): »Friedrich Merz stellte eine Zerstörung der internationalen Ordnung fest und streckte Washington die Hand aus, um die transatlantischen Beziehungen zu reparieren und wiederzubeleben. Dabei stellte er jedoch auch seine Bedingungen und strahlte eine große Portion Selbstbewusstsein aus. Der Chef der größten Volkswirtschaft Europas hat es vor seinen Amtskollegen in München ganz klar formuliert: Eine Annäherung an die USA unter Donald Trump darf nicht auf Kosten der Grundwerte gehen, die jenseits des Atlantiks mittlerweile bedroht sind, wie beispielsweise die Rechtsstaatlichkeit und Freiheitsrechte.«
  • »Sky News« (Großbritannien): Der deutsche Kanzler gab die Eröffnungsrede, die wirklich ein Versuch war, den Ton für die Sicherheitskonferenz in diesem Jahr zu setzen – im starken Kontrast zum vergangenen Jahr, die eher vom US-Vizepräsidenten überschattet wurde. […] Merz trug eine sehr starke Botschaft vor, auch auf Englisch gegenüber den Amerikanern, die im Publikum saßen.«
  • »Neue Zürcher Zeitung« (Schweiz): »Deutsche Kanzler hielten sich an der Sicherheitskonferenz in München gerne zurück. Die Eröffnungsrede überließen sie lieber Gästen aus dem Ausland. […] Doch mit diesem Zögern soll nun Schluss sein. Am Freitag eröffnete der deutsche Kanzler Friedrich Merz die Konferenz, auf eigenen Wunsch hin. So viel Forschheit hatte ihren Grund. Merz wollte die größtmögliche internationale Bühne nutzen, um einen Kurswechsel zu verkünden: Deutschland entdeckt die Machtpolitik für sich.«
  • »The Guardian« (Großbritannien): »In seiner Rede, die darauf ausgerichtet war, einen entschlossenen und zugleich versöhnlichen Ton hinsichtlich der Zukunft der transatlantischen Partnerschaft an den Tag zu legen, argumentierte Merz, dass die alte Ordnung zwar am Ende sei, im neuen Zeitalter der Supermächte aber selbst die USA an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stießen, wenn sie allein handelten.«